Sicherung fliegt raus Altbau Leipzig

Sicherung fliegt raus – was das im Altbau bedeutet und was jetzt zu tun ist
Die Sicherung fliegt raus, und nichts geht mehr. In einem Leipziger Altbau ist das kein seltenes Ereignis – und kein Zufall. Elektrische Anlagen, die vor Jahrzehnten eingebaut wurden, waren für den heutigen Strombedarf schlicht nicht ausgelegt. Ob in Gohlis, Plagwitz oder Connewitz: Gründerzeitbauten und Nachkriegsgebäude tragen oft eine Elektroinstallation in sich, die an ihre Grenzen gestoßen ist. Das Problem lässt sich lösen – wenn man weiß, was dahintersteckt.
Zwei Situationen sind hier grundverschieden. Entweder ist gerade der Strom weg und Sie stehen im Dunkeln – das ist ein akutes Problem, das sofortige Orientierung braucht. Oder die Sicherung löst immer wieder aus, und Sie überlegen, ob eine grundlegende Sanierung des Stromkreises sinnvoll wäre – das ist ein Planungsprojekt. Beide Wege werden hier klar getrennt behandelt.
Schildern Sie uns Ihre Situation – wir nehmen Ihre Anfrage entgegen.
Sofortmaßnahmen, wenn die Sicherung nicht mehr hält
Überlastung vs. Kurzschluss vs. Defekt erkennen
Wenn die Sicherung auslöst, gibt es drei mögliche Ursachen – und sie verlangen unterschiedliche Reaktionen.
Überlastung entsteht, wenn zu viele Verbraucher gleichzeitig an einem Stromkreis hängen. Ein Wasserkocher, eine Kaffeemaschine und ein Toaster auf derselben Leitung können in einem Altbau mit 10-Ampere-Absicherung bereits zu viel sein. Die Sicherung tut dabei genau das, wofür sie gebaut wurde: Sie schützt die Leitung vor Überhitzung.
Kurzschluss ist gefährlicher. Dabei berühren sich zwei Leiter mit unterschiedlichem Potenzial – durch ein beschädigtes Kabel, einen defekten Stecker oder einen Fehler im Gerät. Die Sicherung löst sofort und hart aus. Wenn das passiert, sollte das betroffene Gerät sofort vom Netz genommen werden, bevor irgendetwas zurückgestellt wird.
Ein defekter Sicherungseinsatz selbst kann ebenfalls Auslöser sein – besonders bei alten Schraubsicherungen (Diazed-Sicherungen), die in vielen Altbauten in Schleußig, Reudnitz-Thonberg oder Leutzsch noch verbaut sind. Diese Elemente altern und können auch ohne echte Überlast ansprechen.
Was Sie selbst tun können – und was nicht:
- Schalten Sie den betroffenen Stromkreis am Sicherungskasten aus.
- Ziehen Sie alle Geräte aus den Steckdosen des betroffenen Kreises.
- Öffnen Sie keine Dosen, Schalter oder den Sicherungskasten selbst.
- Berühren Sie keine freiliegenden Leitungen.
- Beschreiben Sie das Problem so genau wie möglich: Welche Geräte liefen? Hat es geknallt oder gerochen?
Das Zurückdrehen oder Wiederherstellen einer Sicherung übernimmt die Elektrofachkraft – nicht, weil es kompliziert klingt, sondern weil dabei kontrolliert werden muss, ob die Ursache beseitigt ist. Ein Kurzschluss, der nicht gefunden wurde, kann beim nächsten Einschalten erneut auftreten – mit schlimmeren Folgen.
Warme Steckdosen, Brandgeruch oder ein Knistern in der Wand sind Zeichen, die nicht abgewartet werden sollten. In diesem Fall: Sicherung heraus, Raum verlassen, Elektrofachkraft rufen.
Beschreiben Sie uns Ihre Situation – wir melden uns bei Ihnen.
Warum die Sicherung im Altbau wiederholt auslöst
Alte Schraubsicherungen und ihre Grenzen
Wer in einem Altbau in Lindenau, Eutritzsch oder Grünau wohnt, kennt das Bild: Ein Sicherungskasten mit Porzellanschrauben, vielleicht noch aus den 1950er oder 1960er Jahren. Diese Anlagen wurden für eine Wohnwirklichkeit gebaut, in der ein Haushalt vielleicht einen Kühlschrank, eine Waschmaschine und ein paar Glühbirnen betrieb.
Heute laufen auf denselben Leitungen Induktionsherd, Geschirrspüler, Trockner, mehrere Computer, Ladegeräte und Beleuchtung – oft gleichzeitig. Die Leitungsquerschnitte und die Absicherung sind dafür nicht dimensioniert. Das ist kein Einzelfall, sondern ein strukturelles Merkmal des Altbaubestands in weiten Teilen Leipzigs.
Sicherungskasten und FI-Schalter im Altbau
Ein weiteres strukturelles Problem: Viele Altbauten verfügen über keinen FI-Schalter (Fehlerstromschutzschalter). Dieser Schutzschalter erkennt gefährliche Ableitströme – etwa wenn ein Mensch einen spannungsführenden Teil berührt – und schaltet in Millisekunden ab. Ohne FI-Schalter fehlt dieser lebensrettende Schutz vollständig.
Nach DIN VDE 0100 Errichten von Niederspannungsanlagen und DIN 18015 Elektrische Anlagen in Wohngebäuden sind FI-Schalter in Neubauten und bei wesentlichen Änderungen vorgeschrieben. In unveränderten Altanlagen besteht keine automatische Nachrüstpflicht – aber das Risiko bleibt real.
Die Elektrofachkraft kontrolliert dabei den gesamten Zustand des Sicherungskastens: Sind die Leitungsschutzschalter noch funktionsfähig? Sind die Querschnitte der Zuleitungen korrekt? Gibt es Anzeichen für thermische Schäden an Klemmen oder Kabeln? Erst nach dieser Bestandsaufnahme lässt sich sagen, was konkret zu tun ist.
Wann der Stromkreis erneuert werden sollte
Wenn die Sicherung regelmäßig auslöst – nicht nur einmalig nach einem Gerätedefekt – ist das ein Hinweis auf eine strukturelle Unterdimensionierung. Eine Sanierung des betroffenen Stromkreises oder des gesamten Verteilers ist dann keine Luxusentscheidung, sondern eine Frage der Sicherheit.
Typische Anzeichen, dass eine Erneuerung sinnvoll ist:
- Die Sicherung löst mehrfach pro Monat aus, ohne klaren Auslöser.
- Im Sicherungskasten befinden sich noch Schraubsicherungen ohne modernen Leitungsschutzschalter.
- Es gibt keinen FI-Schalter im Verteiler.
- Steckdosen oder Schalter sind warm, verfärbt oder lose.
- Die Anlage wurde seit mehr als 30 Jahren nicht von einer Elektrofachkraft kontrolliert.
Eine vollständige Erneuerung der Elektroinstallation in einem Altbau ist ein größeres Vorhaben – aber sie muss nicht auf einmal erfolgen. Oft ist es sinnvoll, zunächst den Sicherungskasten zu modernisieren und einzelne Stromkreise nachzurüsten, bevor in einem zweiten Schritt Leitungen in Wänden und Decken erneuert werden.
Die Kosten für eine solche Maßnahme lassen sich nicht pauschal nennen – sie hängen vom Zustand der vorhandenen Anlage, der Anzahl der Stromkreise und dem Aufwand für die Verlegung neuer Leitungen ab. Die Elektrofachkraft bespricht den Aufwand vor Beginn der Arbeiten transparent mit Ihnen, sodass Sie wissen, womit Sie rechnen.
Für Sanierungsvorhaben gibt es finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten – etwa über KfW-Förderprodukte oder die SAB Sächsisches Förderprogramm Energie und Klimaschutz. Welche Programme und Anlaufstellen für Ihr Vorhaben in Frage kommen, lässt sich im Gespräch klären.
Planen Sie eine Sanierung Ihrer Elektroanlage? Schildern Sie uns Ihr Vorhaben – wir erstellen Ihnen ein nachvollziehbares Angebot.
Lokale Präsenz, klare Kommunikation
Altbauten in Leipzig – ob rund um den Marktplatz Leipzig, in der Südvorstadt oder in Gohlis – haben ihre eigene Geschichte. Und ihre eigene Elektroinstallation. Wer hier arbeitet, muss wissen, was hinter den Wänden steckt: Aluminiumleitungen aus den 1970ern, Nullungsanlagen ohne Schutzleiter, Sicherungskästen aus verschiedenen Jahrzehnten, die nie vollständig erneuert wurden.
Genau dieses Wissen macht den Unterschied zwischen einer schnellen Diagnose und einem langen Rätselraten. Die Elektroinstallation in Ihrem Altbau folgt keiner Norm, die irgendwo im Regal steht – sie folgt ihrer eigenen Geschichte. Und die lässt sich nur vor Ort lesen.
Nehmen Sie Kontakt mit uns auf – wir begleiten Sie von der ersten Einschätzung bis zur abgeschlossenen Arbeit.